Segeln:
"Fortbewegung von Booten oder Schiffen durch Wind und Segel"

Zwingend notwendig zum erfolgreichen segeln ist die Kenntnis einiger elementarer Manöver und Techniken.

Wir sind zwar immer blos "mitgesegelt", aber auch dafür können einige gewisse Vorkenntnisse nur von Vorteil sein.

Daher werden im Folgenden einige der wichtigsten elementaren Elemente beschrieben.

Richtungen


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Windrichtungen und Kurse

Man unterscheidet zwischen "wahrem Wind", "Fahrtwind" und dem aus beiden resultierenden "scheinbaren Wind". Dieser "scheinbare Wind" ist der für die aktuelle Segelstellung ausschlaggebende.

Die Windrichtung wird durch folgende Bezeichnungen angegeben:

  • Im Wind
  • Am Wind
  • Halbwind
  • Raumwind
  • Vorwind

Die entsprechenden Kurse des Bootes heißen äquivalent dazu z.B. Vorwindkurs, wobei man "im Wind" natürlich nicht segeln kann, da die Segel killen



Ausweichregeln

Ordnung muss sein, hier die Wichtigsten Vorfahrtsregenln auf dem Wasser

  • Wind von Steuerbord vor Wind von Backbord (Backbordbug vor Steuerbordbug)
  • Lee vor Luv
  • Kleinfahrzeuge unter Motor (dazu zählen auch Segelboote unter Motor) und Muskelkraftfahrzeuge müssen Kleinfahrzeuge unter Segel ausweichen
  • Überholer sind ausweichpflichtig
  • Schwimmer haben Vorrang



Zum Schluss noch die beiden Wichtigsten Manöver:
Wende
und
Halse

Die Wende bezeichnet das Segelmanöver, bei dem der Bug des Schiffes durch den Wind gedreht wird, das Schiff also kurzzeitig entgegen der Windrichtung steht.

Vor Beginn der Wende fährt das Schiff einen sog. Amwindkurs, d.h. der Wind kommt schräg von vorn. Als nächstes wird das Schiff so gesteuert, dass der Bug durch den Wind dreht, der Wind also anschließend von der anderen Seite kommt. Die Segel wechseln dabei von der einen (windabgewandten) auf die andere (wiederum windabgewandte) Seite.

Die Kommandos bei der Durchführung einer Wende lauten:

  1. Steuermann: "Klar zur Wende" (Vorbereitung zur Durchführung einer Wende treffen)
  2. Besatzung: "Ist klar" (Vorbereitungen abgeschlossen)
  3. Steuermann: "Ree" (Wende wird eingeleitet)
  4. Steuermann: "Über die Fock" (Wechsel insbesondere der Vorsegel von der einen auf die andere Seite)

Sofern das Schiff deutlich höher am Wind fahren kann als 90 Grad, ist es durch mehrere nacheinander durchgeführte Wenden möglich, entgegen der Windrichtung zu segeln (kreuzen).



Die Halse bezeichnet das Segelmanöver, bei dem das Heck des Schiffes durch den Wind gedreht wird, das Schiff also kurzzeitig in die gleiche Richtung fährt wie der Wind weht.

Vor Beginn der Halse fährt das Schiff auf einem sog. Vorwindkurs, d.h. der Wind kommt schräg von hinten (achtern). Dabei sind die Segel weit aufgefiert, d.h. sie stehen nahezu senkrecht zur Mittschiffslinie. In der Halse wird der Kurs des Schiffes so geändert, dass die Segel auf die andere Seite umschlagen und der Wind von der anderen Seite von achtern kommt. Die Gefahr bei einer Halse besteht darin, dass bei starkem Wind das Großsegel sehr schnell umschlagen kann, was zu Verletzungen durch den Baum, zu Materialschäden oder zum Kentern führen kann (Patenthalse). Um diese Gefahr zu verringern, wird das Großsegel zu Beginn der Halse vor der Kursänderung dichtgeholt, d.h. zur Mittschiffslinie gezogen.

Der Ablauf der Halse und die Kommandos sind folgende:

  1. Das Schiff fährt auf Vorwindkurs mit aufgefierten Segeln; die Mannschaft sitzt auf der windzugewandten Seite
  2. Steuermann: "Klar zur Halse" (Vorbereitungen zur Durchführung einer Halse treffen)
  3. Besatzung: "Ist klar" (Vorbereitungen abgeschlossen)
  4. Das Großsegel wird dichtgeholt
  5. Steuermann: "Rund achtern" (Einleitung der Kursänderung durch Ruderlegen)
    • Der Wind greift hinter das Großsegel und schlägt es auf die andere Seite
    • In diesem Augenblick wird das Segel schnell aufgefiert und Gegenruder gelegt, um das Schiff zu stabilisieren
    • Die Mannschaft wechselt auf die andere Seite
    • Das Vorsegel wird auf die andere Seite geholt

Die Halse dient in erster Linie dem Richtungswechsel auf Vorwindkursen, hat aber aufgrund der Vorfahrtsregeln auch ihre taktische Bedeutung im Regattasegeln.

Insbesondere beim sportlichen Segeln mit kleineren Jollen wird die sog. Regattahalse durchgeführt.

Ein Spezialfall der Halse ist das Shiften, wobei der Baum auf einem Vorwindkurs mittels Griff in die Schoten auf die andere Seite gebracht wird. Dies funktioniert jedoch nur bei einer kleinen Segelfläche oder sehr schwachem Wind.